Gedenken: 72. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen

23. April 2017
15:30 Uhr
Oranienburg, Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg
April

Am 22./23. April 1945 erreichten sowjetische und polnische Soldaten das unmittelbar zuvor von der SS geräumte KZ Sachsenhausen, in dem zwischen 1936 und 1945 mehr als 200.000 Menschen inhaftiert waren. Zehntausende von ihnen starben an den unmenschlichen Haftbedingungen oder wurden Opfer von Mordaktionen der SS. Die Befreier fanden im Lager rund 3.000 kranke Häftlinge vor. Mehr als 30.000 Häftlinge befanden sich zu diesem Zeitpunkt auf einem Todesmarsch weiterhin in der Gewalt der SS, die in dieser Schlussphase nochmals mit besonderer Brutalität Häftlinge ermordete. Mehr als 16.000 Häftlinge mussten sich für einige Tage unter freiem Himmel in einem provisorischen Lager im Belower Wald bei Wittstock aufhalten. Die letzten Überlebenden wurden in den ersten Maitagen befreit.

Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke, der französische Überlebende und Präsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees (ISK), Roger Bordage, und der niederländische Schriftsteller Geert Mak werden bei der diesjährigen Gedenkveranstaltung zum 72. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des KZ Sachsenhausen um 15:30 Uhr zu den Anwesenden sprechen. Zu der Veranstaltung, die gemeinsam von der Gedenkstätte Sachsenhausen und dem ISK ausgerichtet wird, werden auch etwa zehn Überlebende aus Deutschland, Frankreich, Norwegen, Polen, Russland, Ungarn und Weißrussland in Oranienburg erwartet.

Bereits um 11:00 Uhr werden sich Überlebende und Angehörige bei einem Generationengespräch über die Zukunft des Gedenkens austauschen. Bei dezentralen Gedenkveranstaltungen werden ab 14:00 Uhr einzelne Länder und Organisationen wie der LSVD Berlin-Brandenburg und der DGB an spezifische Opfergruppen erinnern. Der Kreissportbund des Landkreises Oberhavel wird um 14:30 Uhr eine Gedenktafel für den Kapitän der polnischen Rudermannschaft bei den Olympischen Spielen 1936, Wlodzimierz Dlugoszweski (1905-1945), einweihen, der im KZ Sachsenhausen inhaftiert war und kurz nach der Befreiung an den Folgen der KZ-Haft starb.